Weihnachten, aber gewaltig
Leute, Leute,
was war es besinnlich, oder?
Zweieinhalb Tage der Einkehr und des Einkehrens im Kreise der Lieben und der Verwandten.
Und was haben wir gelernt! Learning 1 war auf jeden Fall: Blackmore’s Night “Winter Carols” bringt dich tatsächlich in Weihnachtsstimmung. Wenn man sie sich das erste mal anhört. Beim zweiten Mal ist es eher so, als hätte man Lust auf was süßes und entschließt sich, eine Flasche Honig zu trinken.
Learning 2 beschreibe ich am besten in einem kleinen Kammerspiel:
“Hallo Mama, hier bin ich, pünktlich am Heiligabendmittag um einen Triff-Dich-mit-Deiner-Familie-Tag zu beginnen.”
“Hallo Sohn, toll, dass Du da bist. Hast Du Hunger?”
“Nein, es ist kurz nach 12, ich komme gerade von einem reichlichen, späten Frühstück.”
“Super, dann mach ich Dir jetzt Pfannkuchen!”
“Aber…”
“Mit Marmelade?”
“Ja.”
Was tut man nicht alles.
Und früher tat man noch viel mehr!
Denn Weihnachten ist traditionell auch die Zeit der alten Filme. Aus irgendeinem Grund hat man heute noch das Bedürfnis, auf einem 52-Zoll-HD-Superglare-Eye-Burner-Corneaexplosions-Fernseher Grieselfilme anzusehen, die älter sind als die eigenen Ahnen.
Seis drum, auch hier habe ich was gelernt.
1. Stan und Ollie/Laurel und Hardy (Dick und Doof) in: Das verrückte Klavier
Wenn Du schwarz-weiß bist, gelten andere Gesetze. Als Doof einen Polizisten ärgert, haut der ihm kurzerhand seinen Knüppel auf den Kopf und sagt “Lass Dir das eine Lehre sein.” Doof reibt sich den Kopf und sieht aus, als hätte er was verstanden.
Würde es heute genau so laufen, hätten Sie in Stuttgart schon 3 Bahnhöfe gebaut. Naja, ich wohn da ja nicht.
2. Heinz Erhardt in: Natürlich die Autofahrer
Auch hier gilt: früher war mehr anders. Nicht nur, dass in dem Film ein Haufen Kinder anscheinend den ganzen Tag nix anderes zu tun haben als Bier zu trinken, zu rauchen und Swing zu tanzen (… und uns heute mit Phrasen wie “Wir hatten es damals schwerer als Ihr heute” beglücken), nein!
Die Tränen schossen mir in die Augen als der gute Heinz gegen Ende des Films mit seiner ganzen Sippe in einem völlig überfüllten VW Käfer Cabrio unangeschnallt in eine Verkehrskontrolle gerät und der Oberwachtmeister die segensreichen Worte spricht:
“Sind sind in einer Tempo-30 Zone sechzig Kilometer pro Stunde gefahren. Dafür muss ich ein Bußgeld verhängen. Das macht dann fünf Mark.”
Prost.
Herr Büchse
2 Comments to “Weihnachten, aber gewaltig”
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Treffe? Als Imperativ? Herr Germanist, Sie enttäuschen mich!
(Über die großgeschrieben Anrede im Dialog hätte ich ja noch großmütig hinwegsehen können.)
Ja, da ging wohl der Umgangssprachler mit mir durch. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!