Briefing für unsere Weihnachtsfeier – das Dessert
Hallo Frau xxx,
vielen dank für die gute Besprechung und das leckere Essen gestern in Ihrem Hause.
Anbei wie angedroht unsere Unternehmens-Farbwelt. “Die Familie”.

Wie besprochen wäre es klasse, wenn Ihnen zu den Desserts dazu etwas einfallen würde – ich fand die Idee toll, das Dessert farblich passend und geschmacklich überraschend zu gestalten.
Gerne können wir das auch telefonisch oder persönlich noch mal abklären. Es müssen nicht alle Gläschen quietschbunt sein, aber eine kleine Inszenierung der Farben wäre wundervoll. Hier kurz eine an den schmierigen Haaren eines alten Mannes herbeigezogene Geschichte zu den Farben, und unverbindliche grobe Ideen, wie sie schmecken könnten:
Grün und Blau werden unsere Hauptfarben sein:
Mama grün: Sie ist ruhig und bodenständig, hat alles im Griff, gibt Leben und Sicherheit. Sie ist der Fels in der Brandung für die Familie und verwöhnt sich gerne mit amerikanischem Schokokuchen und Snickers oder Banane.
Die vegane Tochter: Geht Ihren eigenen Weg und verzichtet auf alles, was aus Tier gemacht ist. Mit Ihrer Sorge um die Welt und ihrem altklugen Wesen, geht sie einigen schon mal auf die Nerven. Aber sie ist ein guter und zuverlässiger Charakter, auf den man sich verlassen kann. Ernährungsbedingt ist sie sehr, sehr dünn – und leider schon länger solo.
Karotte, Schalotte, säuerlich-pikant.
Die Unentschlossene: Ach Herrjeh, was mach ich nur? Grübel, grübel – und schon ist der Tag ‘rum. Auch sie ist zart, so zart, dass sie kaum auffällt. Oft ist ihr ihre Schwester zu vehement, die Mutter zu pragmatisch. Sie ist eine Künstlerin, oder geht sie eher doch in Richtung Naturwissenschaften?
Ein heimlicher, leckerer Hamburger.
Großvater Blau: “Früher war alles schlechter” , das hören wir oft von ihm. Trotzdem lebt er in Erinnerungen, die ihn weit entrücken. Und oft vergisst er so sehr die Gegenwart, dass wir eigentlich nicht mehr möchten, dass er die scharfe Tante immer noch mit dem Auto zur Fußpflege fährt.
Tabak, Kakao, erdig, schnapsig.
Vater Blau:
Er ist ein Sportler, aber er wirkt immer wie frisch geduscht. Als erfolgreicher, dynamischer Geschäftsmann fährt er auch ein – etwas zu jugendliches – Sportcoupé. Für sein Surfbrett und seine Mountainbikes hat er natürlich noch den Jeep Defender in der Garage stehen – direkt neben den Harleys.
Minze, Joghurt, Leder.
Filius Blau:
Sportlich kommt er nach dem Vater, aber wo er das vergeistigte, intellektuelle her hat, weiß keiner von uns. Filius ist sehr belesen und spricht fließend Japanisch und diverse andere Sprachen. Als Weltenbummler hat er trotz seiner Jugend schon viel erlebt – dabei hat ihm das dicke Spesenkonto seines Papa auch geholfen. Er liebt die frische thailändische Küche – aber noch mehr die asiatischen Mädchen.
Zitronengras, Karotte, Koriander
Nebenrollen:
Der schwarze Abt: Als Kleriker gibt er sich asketisch. Freitags wird gefastet. Er entscheidet über das Schicksal der Weltlichen. Um den Kalorienverlust vom Freitag aufzuholen, wird an allen anderen Tagen geschlemmt und geprasst und diversen Lastern gefröhnt.
Schokolade, Sahne, Likör, Schokolade (ja, doppelt!)
Die Graue Eminenz: Über ihn/sie ist wenig bekannt. Er/Sie bewegt sich halbtransparent, oft unsichtbar durch die Welt, zudem auch so geschickt und auffällig verkleidet, dass man Ihn/Sie für eine/n aus der grünen oder roten Familie halten könnte.
Götterspeise Rot und Grün
Die scharfe Tante: Was soll man noch sagen zu Ihr… sie weiß was sie will, und sie bekommt es auch. Sie ist nicht mehr die jüngste, eher “im besten Alter”. Gleichzeitig ist sie zuckersüß und rattenscharf… Hauptsache, sie bekommt das was sie will. Zum Beispiel den feschen Jungen von nebenan..
Chilli, Kokos, Kardamom, Scharf, scharf, scharf, Palmzucker
Der kläffende Köter: Klein, gelblichgrün und laut. Das ist der Köter. Er denkt, er ist der größte und ist fürchterlich verwöhnt. Nur bei der Unentschlossenen ist er anders. Bei ihr wird er ruhig und gehorcht aufs Wort. Jeden anderen schnappt er ins Bein, und markiert sein Revier auch mal an unpassenden Stellen.
Zitrone, Sauer. Fruchtig.
Der Nachbar: Er hat weniger Ähnlichkeit mit dem Köter, als man zuerst denkt. Trotz seines tiefroten Äußeren ist er sehr agil und gesund – und ganz und gar nicht aufgeregt.
Erdbeer, Kirsche, frisch und kühl.
Das Nachbarskind: Die Genetik beweist: Auch dieses Kind ist ist ein Früchtchen. Im Gegensatz zum erwachsenen Nachbarn ist hier allerdings noch keine Gelassenheit eingekehrt, hier ist alles Spaß und Spiel – bis jemand ein Auge verliert.
Orange, Phisalis, Schoko,
Der unsichtbare Dritte: Er passt sich allen an. Legt sich drüber, legt sich drunter, fällt kaum auf. Das hilft ihm bei seinem Job als Detektiv sehr. Manchmal möchte er aber über die Stränge schlagen und etwas besonderes sein. Das schafft er zum Beispiel als Buddy-Holly-Imitator mit seinem Kontrabass, für ihn sind dann die Standing Ovations des begeisterten Publikums die Belohnung für den langen Tag.
Tabak, Haferflocken, Schoko, bitter
Mit einem Gruß aus Rüsselsheim,
der Gerald Jude | daspferd. Agentur für Kommunikation GmbH
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Eine wunderschöne, anheimelnde, auf Weihnachten (und die Weihnachtsfeier) einstimmende Geschichte! Fehlt nur noch der Kamin und die heiße Schokolade…