Lithium-Ionen-Afghanen

Der Afghane an sich ist ja ein eher geruhsamer Zeitgenosse. Er will seinen Tee trinken, dann und wann beten und ein bisschen kiffen. Trifft so auf ca. 70 % der Weltbevölkerung zu, zumindest das mit dem Tee. Nun diskutierte mab zumindest in Deutschland schon hin und wieder mal über einen geordneten Rückzug, vertagte das aber aus Unstimmigkeitsgründen immer wieder. Länger war es ruhig in der exilamerikanischen Krisenregion, nun kommt eine neue Lunte an das Pulverfass Mittlerer Osten (Ha, Spiegel, nimm diese Metapher und erstick’ dran!): Amerikanische Prospektoren haben (natürlich aus Zufall) gigantische Rohstoffvorkommen in Gottes Schrotthaufen gefunden, unter anderem das geliebte Öl, aber auch Lithium und andere Erze, die man ganz dolle für Handys und andere Elektroarktikel brauchen tut.

Was bedeutet: in einer oder zwei Wochen wird der Amerikaner eine neue tolle Lüge erfinden, um noch mehr Boden- und Arbeitstruppen rüberzuschicken. Und die werden dann mit Hilfe der un- oder unterbezahlten Zivilbevölkerung unter dem Deckmäntelchen des Wiederaufbaus die Bodenschätze (übrigens im Wert einer geschätzten Billion US-Dollar) abbauen. Hurra. Ich habe doch prophetische Fähigkeiten. Wahrscheinlich zumindest, sooo genau kann ich nun auch nicht in die Zukunft sehen.

Ihr glaubt mir nicht? Hier das Gegenbeispiel: In Kirgistan, nur einen Scudbeschuss weit entfernt, explodiert gerade alles, 100.000 und mehr Menschen sind auf der Flucht. Die Umstände sind denen in Afghanistan nicht unähnlich, dennoch interessierts keine Sau. Warum? Weil es in dieser Kiesgrube zwischen China und Kasachstan einfach nix zu holen gibt. Warum sollte man da helfen? Macht doch keinen Sinn. Oder wissen diese Menschenrechtsheinis etwa nicht, wieviel so ein Feldzug kostet?

So, ich geh jetzt raus meinen Gebetsteppich ausklopfen und mein Mohn will auch mal wieder gegossen werden.

Yalla yalla,

Hadschi Büchse

One Comment to “Lithium-Ionen-Afghanen”

  1. dr_henk 16 Juni 2010 at 15:20 #

    … was ein Zufall, dass die das entdeckt ham!? Aber an den Rückzugsvorhaben wird das sicherlich nichts ändern.


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